HELMUT STURM
Die Gruppe als Störfaktor

Eröffnung zur Open ART 2017 am Freitag, den 8. September 2017 ab 18 Uhr

Vortrag von Dr. Giacopo Galimberti am Freitag, den 13. Oktober 2017, 19 Uhr
Ausstellungsdauer bis 21. Oktober 2017

Helmut Sturm
SPUR 4 Die Verfolgung der Künstler, SPUR-Zeitschrift Nr. 4, 1961 hrsg. von der GRUPPE SPUR München, Redakteur HP Zimmer. Offset, 28 x 29 cm
Helmut SturmHelmut SturmHelmut Sturm



2017 gibt es einiges zu feiern. Die SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE (1957-1972), die Gruppe SPUR (1957-1965), und schließlich auch wir selbst, die Galerie van de Loo (seit 1957) haben in diesem Jahr runde Geburtstage.

Mit allem eng verknüpft war der Maler Helmut Sturm (1932-2008), der heuer 85 Jahre alt geworden wäre. Für ihn als Mitglied der SITUATIONISTISCHEN INTERNATIONALE, als Gründer der Künstlergruppen SPUR, GEFLECHT und KOLLEKTIV HERZOGSTRASSE und nicht zuletzt als Initiator des KINDERFORUM VAN DE LOO war der Ausbruch aus der Isolation des Ateliers wichtiger Motor. Die Gruppe fungierte – so sagte er selbst 1979 – als produktiver Störfaktor. Wir möchten Sturms Arbeiten in diesem Kontext zeigen. Neben den Originalen kommen deshalb Zeitschriften, Fotografien, Film und andere Dokumente ins Spiel sowie eine archivbezogene Installation des in Hamburg lebenden Künstlers FELIX BOEKAMP (*1977). Aus einer zeitgenössischen bildnerischen Perspektive heraus interessiert sich dieser für die Vision einer spielerisch geprägten Gesellschaft und hat sich in diesem Zusammenhang erst kürzlich mit dem belgischen Künstler Constant - ehemals Mitglied der Situationistischen Internationale - auseinandergesetzt. Auch für Sturm und seine Kollegen von SPUR, GEFLECHT und KOLLEKTIV HERZOGSTRASSE war das Spiel immer wieder wichtiger Faktor, nicht nur auf kulturpolitischer Ebene, sondern auch ganz konkret innerhalb ihrer künstlerischen Strategien.

Über diese forscht seit einigen Jahren der international agierende Kunsthistoriker Dr. Giacopo Galimberti (*1981). Gerade ist bei Liverpool University Press sein Buch Individuals against Individualism. Art Collectives in Western Europe (1956-1969) erschienen, mit dem er die Arbeit der Gruppen SPUR, WIR und GEFLECHT über den deutschen Sprachraum hinaus rezipierbar macht. Im Rahmen unserer Ausstellung wird Galimberti am Freitag, den 13. Oktober um 19 Uhr in deutscher Sprache einen Vortrag zu den Détournements (Zweckentfremdungen) der Gruppe SPUR in der Zeit zwischen 1959 und 1961 halten und bei dieser Gelegenheit sein neues Buch präsentieren.