MIRIAM CAHN. LESEN IN STAUB
Zeichnungen aus den 1980er Jahren

Ausstellungsdauer bis 30. Oktober 2019
Gabelsbergerstr. 19, München

Miriam Cahn
„das haus nicht vergessen. links + rechts“ m. 6.5.87, Heft mit 10 Doppelseiten, 1987, Kreide auf Papier, 61 x 43 cm (Titelblatt)
Miriam CahnMiriam CahnMiriam Cahn



„der gesamteindruck ‚staubig’“ schrieb Miriam Cahn 1988 an Otto van de Loo und fasste damit ihre sehr präzisen Vorstellungen für die Einladungskarte zur damaligen Ausstellung zusammen. Bevor sich die Schweizer Künstlerin vor einigen Jahren der Malerei zuwandte, arbeitete sie über 30 Jahre vornehmlich in schwarz auf weißem Papier. Dabei entstanden entweder installative Großformate, die ganze Räume bespielten, oder aber kleinformatige, oft tagegenau datierte Serien. Die Blätter entwickelte Cahn in einem performativen, körperbezogenen Akt auf dem Boden, die tiefschwarze Kreide von einem großen Block zu Staub abschabend und zu eindringlichen Figuren verdichtend.
Ausgehend von ihrer sehr persönlichen Erfahrungswelt bezieht sie mit diesen Arbeiten eine ebenso intim-poetische wie widerständig-kritische Position gegenüber ihrer Umwelt, die uns als Betrachter heute noch trifft. Vier dieser Serien sind aktuell im Showroom der Galerie van de Loo Projekte zu sehen. Einen großen Stellenwert nehmen bei Cahn die eigenen Texte ein, die sie in Katalogen stets ergänzend zu den Werkabbildungen abgedruckt hat und die jetzt unter dem Titel „Das zornige Schreiben“ im Hatje Cantz Verlag neu erschienen sind.
Sie sind nun Grundlage einer von Selima Niggl für die Stiftung van de Loo konzipierten Lesung am 14. September um 18 Uhr.

Julia Teichmann liest aus Texten von Miriam Cahn, 14. September, 18 Uhr

Besuch nach Vereinbarung