CHRISTOPHE BOURSAULT
FAR FROM FrAME

Eröffnung am Donnerstag, den 7. April 2016 ab 18 Uhr

Ausstellungsdauer: 7. April bis 4. Juni 2016

Christophe Boursault
Christophe Boursault, la prise, 2014
Mischtechnik auf Leinwand, 155 x 155 cm
Christophe BoursaultChristophe BoursaultChristophe BoursaultChristophe Boursault



„FAR FROM FrAME“ möchte der in Marseille lebende Maler und Performance-Künstler CHRISTOPHE BOURSAULT (*1975) sein Werk verortet wissen und damit mehr als den Bilderrahmen sprengen. Dabei bewegt er sich nicht völlig außerhalb einer Tradition. Als antiklassische Tendenz hatte sich diese schon früh von der klassischen Linie emanzipiert und als Darstellungsform etabliert, innerhalb der das Schöne nicht mehr unabdingbar verbunden war mit dem Erhabenen, Göttlichen und Ganzen. Der objektive Charakter von Kategorien wie „Schön“ und „Hässlich“ wurde angezweifelt. Man entdeckte die Ausdrucksformen von indigenen Kulturen. Die Kunst von Laien, Kindern und Menschen mit geistigen Krankheiten oder Behinderungen wurde zur Inspirationsquelle. Neue Arbeitstechniken sollten das Bewusstsein als verbildetes Korrektiv ausschalten oder aber schärfen, um höchst willentlich gegen den „guten Geschmack“ anzuarbeiten. Primitivismus, Art Brut, Camp und Bad Painting sind in diesem Zusammenhang Schlagworte der jüngeren Kunstgeschichte. Boursault weiß um die Naivität und vielleicht auch Überheblichkeit der Behauptung, dass man wirklich fern jeden Rahmens agieren könne, und bricht deshalb seine Aussage mit der ihm eigenen Ironie: „FAR FROM F...AME“ ist aber nicht der Ausruf eines in Selbstmitleid versunkenen verkannten Genies, sondern der heitere Kommentar eines Künstlers, der sein „Spiel mit dem Scheitern“ glaubhaft als luxuriösen Spielraum definiert; als Raum für eine Ernsthaftigkeit, die weder Lächerlichkeit noch Lachen, weder Nonsens noch Absurdität ausschließt.

Nachdem einzelne Werke Boursaults schon in zwei Ausstellungen (GASTSPIEL PARIS MUNICH, 2011 und TILLYKKE MED FØDSELSDAGEN, ASGER JORN!, 2014) zu sehen waren, freuen wir uns sehr, die erste Einzelausstellung des Malers in Deutschland präsentieren zu dürfen.

Zum Ende der Ausstellung wird ein umfassender, retrospektiv angelegter Katalog vorgestellt.